Das Glück nahm eine Wende - wie geht man damit um... |
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Ich möchte hier meine Gefühle und Empfindungen nieder schreiben um anderen Betroffenen einwenig helfen zu können.
Zunächst kommt das Glücksgefühl, Freude und Erwartungen an die Schwangerschaft. Doch dann kommt der tiefborende Schmerz der einem das Herz zerreisst. Dieser Schmerz ist so unsagbar tief und man fällt in ein Loch. Man fühlt sich leer einfach leer. Ohne Zukunft, machtlos, hilflos und voller Angst etwas falsch gemacht zu haben. Hinzu kommt die Traurigkeit, Verzweiflung und immer wieder die Frage nach dem "Warum".
Dieses Loch wird immer tiefer und man zieht sich zurück. Spricht kaum ein Wort, resigniert und verkriecht sich in einem selbst. Die Beziehung leidet enorm und plötzlich scheint alles zu kippen. Das Leben fällt aus den Fugen. Die Partner verstehen sich nicht mehr. Jeder geht mit seiner Trauer anders um. Für eine Frau bedeutet es mit das Schlimmste im Leben erlebt zu haben. Niemand kann nach empfinden was eine Frau fühlt. Sie hat alles verloren was sie in sich trug. Sie fühlt sich als Versager weil sie dem Leben nicht alles geben konnte was es brauchte. Doch nein dies stimmt nicht. Die Frau gibt sich die Schuld aber auch dies stimmt nicht.
Ich habe mir selbst die Schuld gegeben und bin daran fast zu grunde gegangen. Ich habe mich verkrochen und die Trauer bestimmte für eine Zeitlang mein Leben. Nach den Ergebnissen der Phatologie wußte ich das ich nicht Schuld war. Jedoch half es nicht mit dem fertig zu werden. Ich hätte alles gegeben um unsere Baby´s behalten zu können. Von Tag zu Tag rutschte ich tiefer und tiefer. Ich konnte nichts mehr machen. War nicht mehr die Frau die mein Mann geheiratet hatte. Die immer stark war und für alle da war. Ich war nicht mehr die Mama die meine Kinder so sehr brauchten. Ich war ein gebrochene Frau die im Leben keinen Sinn mehr sah. Doch dann machte ich eine Therapie. Konnte endlich reden und all meine Traurigkeit freien Lauf lassen. Ich musste lernen das Geschehende zu verarbeiten und es zu akzeptieren. Es war schwer und ein langer harter Weg. Und bis heute ist es schwer für mich aber ich habe gelernt darüber zu reden ohne zu weinen. Ich kann auf den Friedhof gehen ohne zu weinen und ich kann mich mit anderen Betroffenen freuen wenn sie wieder ein Baby erwarten.
Ich habe jetzt 1 Jahr gebraucht um soweit zu kommen. Ich bin stolz das ich meinen Weg gefunden habe. Ich möchte Euch allen sagen gebt nicht auf. Ihr müsst kämpfen denn das Leben ist viel zu kurz für uns alle. Es wird weitergehen und auch wenn man die Zukunft nicht so sieht doch es wird weitergehen. Ihr dürft nie vergessen die Sternchen beschützen uns. Sie würden nicht wollen das man sein Leben weg wirft. Sie möchten das ihre Mütter ein glückliches Leben haben. Schaut hinauf zum Himmel und Ihr werdet sie sehen. Und wir tragen sie ifür immer in unseren Herzen und Gott trägt sie in seinen Händen.
Männer gehen mit der Trauer anders um. Und auch wenn wir Frauen teilweise sauer reagieren und es damit zum Bruch kommt so müssen wir lernen auch die Männer zu akzeptieren. Sie können gar nicht so trauern wie wir Frauen. Wie denn auch sie wissen nicht wie es ist ein Leben in sich zu tragen. Sie wissen nicht was wir fühlen oder wie es sich anfühlt. Sie haben keine Beziehung zu dem ungeboren Kind. Sie versuchen uns gegenüber stark zu sein und zeigen auch mal Tränen. Auch sie müssen in Arm genommen werden. Doch die meisten Männer verdrängen es einfach. Für sie geht das Leben weiter weil für sie das Baby nicht existierte. Sie können sich nicht damit idendifizieren. Es tut uns Frauen weh und wir verstehen es nicht. Aber wenn wir mal ganz in unser Inneres horchen dann verstehen wir es und können ihnen verzeihen.
Der Tod gehört zum Leben dazu. Und ganz besonders schlimm und unerklärbar ist es für uns wenn es sich dabei um Kinder handelt. Dies zu verstehen und zu lernen damit zu leben ist ein schwerer und langer Weg. Doch wir müssen damit leben und leben lernen. Es gibt für jeden einen Weg man muss ihn nur finden. Jeder braucht seine Zeit um neue Kraft zu schöpfen und wieder offen zu sein für ein anderes neues Leben. Und auch wenn uns das Glück nicht noch einmal beschert wird so können und sollten wir dankbar sein für das was wir haben.
Ich kann Euch nur sagen was ich gemacht habe. Ich habe einen Abschiedsbrief geschrieben, eine Therapie gemacht, Fotos gestaltet, viel darüber geredet, eine Homepage angelegt, mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht, Unterstützung durch die Kirche bekommen, mich der Regenbogenwege Organisation angeschlossen, oft auf den Friedhof gegangen, viel geweint und in kleinen Schritten alles aufgearbeitet. Habe von Tag zu Tag neu an Kraft gewonnen und für meine Beziehung sprich Ehe gekämpft. Meine Kinder haben mich aus dem Tief geholt. Und so habe ich begriffen das man im Leben jeden Tag genießen sollte. Es ist kostbar und voller Abendteuer und Ereignissen mit denen man zu leben lernen muss. Und das wichtigste ist das wir Frauen nicht allein sind damit.
Wie gesagt 1 Jahr brauchte ich dafür und jetzt beginnt ein neues Leben. Neue Hoffnung, Mut und Kraft wird helfen um unser Leben neu zu gestalten. Und mit Gottes Hilfe werden wir es schaffen und Ihr auch.

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